Kleine Geschichten rund um Dornheim

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Freudiges und auch Kleine und Große Katastrophen

Aus der Geschichte des Riedhäuserhofes geht hervor, dass er jährlich einen Beschälhengst auf die klösterlichen Weiden des Hofes zu halten hatte. Aus dieser Verpflichtung entstand im Laufe der Zeit eine Deckstation des Hessischen Landesgestütes. Dornheim wurde Sitz dieser Station und die Einwohner des Ortes brauchten für die Deckung ihre Stuten nichts zu zahlen.1720 wurde die Station vom Riedhäuserhof in den Ort verlegt. Heute  kann man noch Teile der Station rechts hinter dem Feuerwehrhaus sehen.

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Eine große Katastrophe war die Überschwemmung 1882/83 in Dornheim. Keiner der Bewohner rechnete damit, das was normal begann mit Unwetter die es ja immer mal gab, sich zu einer Katastrophe für ihren Ort auswirken könnte.

Im Spätsommer 1882 hat es rund um Dornheim Hagelschläge gegeben die die Ernte zerstörten, aber Dornheim blieb so gut wie verschont. In den Gemeinden rund herum gab es so gut wie keine Ernte mehr und Dornheim versuchte zu helfen. Dann kam der Regen, Tage und Wochen. Im Oktober traten dann an einem einzigen Tag fast gleichzeitig alle Bäche über die Ufer. Die Bauern versuchten wenigstens noch ein Teil Ihrer Kartoffelernte zu retten. Überall standen in den umliegenden Gemeinden die Straßen unter Wasser. Besonders die Gemeinden die am Rhein lagen waren betroffen. Die Bewohner von Dornheim haben so etwas noch nie erlebt sie waren misstrauisch geworden den der Ort blieb fast verschont von den Unwettern. Man musste auf allesgefasst sein, die Dorfbewohner errichteten Notdämme um das Dorf und es stellte sich bald heraus dass das eine richtige Maßnahme war. Im November setzen starke Schneefälle ein und der Rheins stieg in wenigen Tagen um einen Meter. Die Bäche wurden zu reißenden Flüssen und der Rhein stieg mitte November in Mainz über die Ufer. Orte in unmittelbarer Nähe des Rheins lagen im Wasser.

Im Dezember war alles um Dornheim überflutet. Die Notdämme um Dornheim hielten stand. Dann kam die Nacht vom 31.12.1882 zum 1.1.1883 und damit zur Katastrophe. Der Damm in Erfelden konnte die Wassermassen nicht mehr halten und brach. Die Notdämme brachen und innerhalb von wenigen Stunden stand der Kreis Groß-Gerau fast völlig unter Wasser. In Dornheim waren von 1477 ha Land 1130 ha unter Wasser. Alles stand unter Wasser und dann kam noch der Gewitterregen der dafür sorgte dass es nicht weniger wurde. Erst nach dem 12. Januar 1883 beruhigte sich das Wetter. Zur Erinnerung an diese Zeit gibt es 2 Hochwassermarken in Dornheim, eine an der Sandsteinbrücke in der Bahnhofstr. und eine in der Großen Kreisgasse.

Nach dieser Katastrophe wurden vom Großherzog verfügt, das in allen tiefer gelegenen Rheingemarkungen Wasser und Neujahrswachen aufzustellen sind. Der älteste Wasserwächter und Nachtwächter war aus Dornheim, nämlich Jakob Krumb XIII er stand mit 83 Jahren mit seiner Pechfackel 1926 das letzte Mal am Rhein zur Wasserwacht. Diese Arbeit hatte er 52 Jahre innegehabt.

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Im Herbst 1906 entgingen beim Ausbau des Eiskellers der Firma Lerch am Schwarzen Berg, 6 Bauarbeiter buchstäblich 5 vor 12 dem sicheren Tode. Die Bauarbeiter fuhren kurz vor 12 Uhr mittags ihre Schubkarren aus dem Gewölbe, als Sandmassen dieses eindrückten.

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1906 brannte auf der Tuchbleiche ein Heuschober, das dort lagernde Karussell von Nikolaus Hofmann wurde zum Teil ein Raub der Flammen.

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1929 wurde der 15. Kreisfeuerwehrtag in Groß-Gerau gefeiert. Die Dornheimer Feuerwehrleute waren schon am Bahnhof, als die Glocken zu läuten begannen. Es brannte ein Anwesen in der Heißfeldstraße. Die Männer löschten erst den Brand, wo ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert werden konnte. Die Feuerwehrleute kamen dann doch noch rechtzeitig , allerdings ohne die Brandwache, die sie in Dornheim zurückließen zum Kreisfeuerwehrtag.

In Dornheim existierte Jahrelang ein Ortsfunk, der die Dorfbevölkerung immer auf dem laufenden hielt. Die Firma „Radio Rittberger“ baute den Ortsfunk mit Lautsprechern in ca. 90mtr. Abstand entweder an Hausmauern oder wo das nicht möglich war auf freistehenden Masten. So ein Mast stand z.B. am Bahnhof. Der Ortsfunk wurde vom Rathaus aus betrieben. Alle wichtigen Meldungen ob Todesfall, Beerdigung, runder Geburtstag oder in der Weihnachtszeit anzukündigen das man Weihnachtbäume kaufen kann. Zu den Meldungen wurde auch immer die richtige Musik gespielt. Als Dornheim wuchs, wurden die Kosten zu hoch um den Ortsfunk weiter zu betreiben. Es ist schade das solche Dinge immer am Geld hängen.

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Es gab auch eine kleine Katastrophe, die fast zu einer großen geworden wäre, hätte nicht die Dornheimer Feuerwehr, die Feuerwehren des Kreises und die Fa. Merck alles unter Kontrolle gebracht, wenn auch mit einigen Rückschlägen. Am Abend des 20.Juli 1971, kurz nach 22:00 Uhr wurde ein Kesselwagen mit hoch konzentrierter Salpetersäure und verdacht auf festgefahrener Achse zum Abkühlen auf ein Abstellgleis in die nähe des Dornheimer Bahnhofes rangiert. Dort stellte man fest, das ein Flansch undicht war und beim schließen des Lecks entstand ein noch größeres. Man versuchte die Säure abzupumpen aber dadurch wurde ein Vakuum im Tankwagen zerstört und die Säure trat noch stärker aus. Die einzige Möglichkeit war, nur noch die Säure zu verdünnen.

Landrat Willi Blodt der unmittelbar nach bekannt werden an der Katastrophenstelle eintraf, leitete sofort die umfangreichen Vorsorgemaßnahmen ein. Die Riedhalle und die Schule konnten danach sofort mit Feldbetten bestückt werden um Notquartiere einzurichten.

Für die Anwohner war es eine unruhige Nacht. Als sich der Wind ab 3:00 Uhr morgens drehte, wurden die giftigen Gase in den Ort getrieben. Ab 4:00 wurden die Anwohner in einem Streifen von 300 Metern vom Bahnhof gebeten Ihre Häuser zu verlassen. Die übrigen Bewohner sollten Ihre Fenster und Türen geschlossen halten und in den Häusern bleiben. Viele Dornheimer fuhren mit dem Auto oder mit Fahrrädern in die umliegenden Orte, manche hatten sich auch zu Fuß auf den Weg gemacht. Es wurde in einem Zeitungsartikel mitgeteilt dass schätzungsweise sich etwa um 4:30 Uhr ca. 600 Personen in Richtung Wolfskehlen und Richtung Groß-Gerau auf den Straßen aufhielten, Es wurde auch in diesem Artikel berichtet das Kraftfahrer die Anwohner aus Dornheim mitnahmen und nach Groß-Gerau und in die Nachbarorte fuhren. Im Sitzungssaal des Kreistages wurden vorsorglich 150 Personen Anwohner und Hilfskräfte auf Vergiftungserscheinungen untersucht, sie konnten kurz danach wieder entlassen werden.

 Hier die Feuerwehr beim Verdünnen der Salpetersäure.

 
Die Feuerwehr versuchte inzwischen weiter die Säure zu bekämpfen, um größeren Schaden zu vermeiden. Die Wehren von Dornheim, Groß-Gerau und die Werksfeuerwehr der Fa. Merck versuchten mit vereinten Kräften die Salpetersäure zu verdünnen die einzige Möglichkeit um die Salpetersäure zu neutralisieren. Der Zugverkehr wurde ab 3.28 Uhr bis 7:00 Uhr eingestellt. Das Grundwasser war nicht gefährdet. Durch einen Kabelschacht der unter der Bahnlinie entlang lief, floss der größte Teil der verdünnten Säure in den betonierten Keller der Lagerhalle am Bahnhof und konnte dort heraus gepumpt werden ohne Schaden anzurichten. Um 7:00 Uhr durften die Bewohner in ihre Häuser zurück.-----