Feste von Damals und Heute

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Füllimbs

Als die Mönche zu Eberbach den Ridscherweg vom Riedhäuser Hof nach Dornheim gepachtet hatten, bezahlten sie ihre Pacht und einen Jährlichen Imbiss am Pfingstmontag.

Zum Verzehr standen nach Angaben der Eberbacher Mönche:

 Schweinepfeffer
 Schwarzer Brei
 Dörrfleisch
 Käse
 Brot
 Eierpfannkuchen
 Sowie 6 Viertel ( 48 Liter Wein oder Bier )

Vor ein paar Jahren hat der Heimat und Geschichtsverein dieses kleine Fest wieder Aufleben lassen. Es gibt leider keine Mönche mehr, aber der Zuspruch für den Imbiss ist vorhanden, auch wenn man ihn selber bezahlen muß. Die Füllimbs wir im Ortskern an Fronleichnam gefeiert.

Die Kerb gibt es seit 1810 zur Einweihung der damals Neugebauten Kirche. Heute wird die Kerb am dritten Wochenende im September gefeiert, mit einem Umzug durch den Ort. Als Höhepunkt liest der Kerbevadder den Kerbespruch an der Kirche, hoch zu Ross vor. Mancher hat sich auch schon wieder erkannt.

Kreisfeuerwehrtag 1947

1947 wurde in Dornheim das erste Fest nach dem Kriege gefeiert. Groß-Gerau wollte wieder ein Kreisfeuerwehrfest ausrichten aber eigentlich unmöglich bei Zwangswirtschaft, Bezugsscheinen und Lebensmittelkarten. Die Rationen waren kümmerlich und eine Stadtgemeinde konnte das Fest sowieso nicht ausrichten. Aber ein Dorf das sein Ablieferungssoll an Nahrungsmittel erfüllt hatte konnte so etwas tun, „ALSO DORNHEIM“ Der Bürgermeister stellte ein Antrag bei dem Kreisernährungsamt für die Schlachtung eines Stück Großviehs. Und nach längerem Überlegen der Behörden und der Amerikanischen Besatzungsmacht kam man zu dem Schluss die Genehmigung zu erteilen. In der Bürgermeisterei wurden Fleischkarten mit der Schreibmaschine geschrieben. 200 gr. Fleisch für jede Person ob Dorfbewohner oder Gast. Die Kuh (andere Quellen schreiben von einem Bullen) wurde auf der Gemeindewaage gewogen und obwohl die Waage geeicht war und das Großvieh gut genährt war, brachte es aber nicht annähernd das gewünschte Gewicht. Den Wein zu besorgen war etwas schwieriger den Rheinhessen war nicht mehr für Hessen ein Hinterland in dem man sich alles besorgen konnte. Aber Dornheim hatte so seine Möglichkeiten. Nachts fuhren im Dunkeln Leere Nachen rüber und kamen voll wieder zurück. Und schon war die Frage nach dem Wein geklärt.

Am Tag des Festes warteten die Dorfbewohner so festlich gekleidet wie es nur möglich war mit einer Musikkapelle am Ortseingang auf Ihren hohen Besuch. Die Wehren aus dem ganzen Kreis waren anwesend. Der Landrat Harth und von der amerikanischen Militärregierung war Captain Neider waren angekündigt.

Als die hohen Herren eintrafen und ausstiegen setzte sich die Musikkapelle in Bewegung was eigentlich verboten war den es sollte keinen Umzug geben, den Marschieren war verboten. Aber dann schlossen sich der Bürgermeister, das Festkomitee und seine hoher Besucher einschließlich der Dorfbewohner und der Gäste an und es gab den nicht gestatteten Umzug, an festlich geschmückten Häusern vorbei.

Danach ging es zum Essen in die Häuser des Dorfes und es wurde ausgiebig für diese Zeit gegessen und getrunken. Feuerwehrübungen an der Ruine der ev. Kirche wurden danach gezeigt.

Bilder vom Kreisfeuerwehrtag 1947

  

Ein Fest wie in alten Zeiten in Dornheim . Zwei Herren im Landratsamt wurden leider stutzig und fragten nach beim Bürgermeister von Dornheim. Es kam die Frage auf, ob in Dornheim vielleicht Schwarzgeschlachtet wurde, den soviel Gäste und nur ein Stück Großvieh! Der Bürgermeister widersprach dieser Anschuldigung, getauscht wurde mit anderen Dörfern, gab er an. Das wollten die Herren aber nicht akzeptieren und benachrichtigen den amerikanischen Kommandanten. Dieser fuhr nach Dornheim, doch dann stellte der Bürgermeister fragen an den Amerikaner:

Sie sind doch bei mir zu hause gewesen: YES
Sie haben gegessen und es hat Ihnen geschmeckt. YES
Und Sie haben mir Ihre Fleischkarten gegeben. NO

Damit ließ man die Sache auf sich beruhen. Und was lernen wir daraus, ein Fest kann auch mir wenigen Mittel und mit sehr viel gutem Willen gefeiert werden.

Bauerntag 1949 in Dornheim

1949 wurde der Bauerntag in Dornheim auf dem Sportplatz am Schwarzen Berg ausgerichtet. Das erste große Fest nach dem Kreisfeuerwehrtag und der Währungsreform 1948. Auf dem Festplatz gab es Händler und Schausteller, die den Menschen ein schönes Wochenende bescherten, mit Gaudi und Vergnügen. Es gab außerdem Vielseitigkeitsprüfungen für Warm-und Kaltblüter, Fohlenschauen und andere Pferdevorführungen. Für die Gäste des Bauerntages gab es am 20.August einen Heimatabend und am 21. August eine Tanzveranstaltung mit Preisverleihung.

1200 Jahrfeier 779 - 1979

Dornheims Geschichte ist im Lorscher Codex Dokumentiert mit der Urkunde der Uoda die 779 ihr Eigentum als Schenkung dem Kloster Lorsch bzw. dem Märtyrer Nazarius übergab.

So konnten die Einwohner von Dornheim 1979 ihre 1200 Jahrfeier begehen. Es gab viele Veranstaltungen in Dornheim, beginnend mit dem Eröffnungskonzert am 10.3.1979. mit dem Blasorchester Büttelborn. Eine Festschrift wurde gedruckt und ein Buch über die Geschichte Dornheims „ Das Reichsdorf Dornheim“ herausgebracht. Es gab Münzen mit der Kirche als Ansicht und andere Kleinigkeiten mit Dornheim als Mittelpunkt.

Obwohl Dornheim schon seit 2 Jahren ein Ortsteil von Groß-Gerau war, ließen sich die Dornheimer es nicht nehmen dieses Fest nach ihren Möglichkeiten auszurichten. Es gab eine Ausstellung im Rathaus, mit Fundstücken der Vergangenheit von Dornheim Feuersteinkeilen, Grabbeigaben aus Gräbern bis zu Urkunden, Werkzeuge, Möbel und vieles mehr, eine Zusammenstellung von historischem Material, das das Leben in Dornheim zeigt.

In den Festwochen vom 29.6. 9.7.1979 gab es Sängerwettbewerbe, Tambouren Wettstreite des Spielmannszuges Dornheim, Seniorenveranstaltungen und als Höhepunkt ein bunter Abend mit Rex Gildo und dem Südfunk Tanzorchester.
Der absolute Höhepunkt der Festwochen war allerdings der Festzug am 8 .7. 1979, es begann mit dem Weckruf des Spielmannszuges der durch Dornheim zog. Ab 13 Uhr bewegte sich der Umzug durch die Straßen von Dornheim. Alle Vereine hatten sich Geschichtliche Themen aus Dornheim herausgesucht und es als Zugnummer umgesetzt. Man sah Germanen, Römer, Nonnen, Mönche und auch Turner durch die Straßen ziehen, Hessendrescher und eine Dreschmaschine, ebenfalls die Kirche St. Michael konnte man sehen.

Hier ein paar Bilder vom Festumzug.

  

Auch die Dreschmaschine, die lange Jahre in Dornheim stand, kam zum Umzug.

 

 

Ausklang dieser Festwochen war am 9.7.1979, mit einem Frühschoppen am Morgen und ab 20 Uhr den Musikalischen Festausklang mit dem großen Zapfenstreich mit dem Spielmannszug Dornheim und dem Blasorchester Büttelborn.
Im Herbst gab es noch einige Veranstaltungen von Vereinen in Dornheim wie das Rundstreckenrennen des Radfahrvereins „Frisch auf“ oder die Freilandschau des Vogelschutz- und Kleintierzuchtvereins, dem Wettkampf des Vereins für Deutsche Schäferhunde.
Es war ein gelungenes Fest für Dornheim. Durch diese Fest wurde die Geschichte des Ortes neu belebt, so wie es vor über 50 Jahren vorher 1926 Joh. Heinrich Feldmann II mit seinen Aufsätzen im Heimatspiegel schon einmal machte. Seine Nachforschungen sind im Buch „ Das Reichsdorf Dornheim“ mit verarbeitet worden.

Der Gänsehirt

Ein kleines Fest gab es auch am 9. Oktober 2005, als der Gänsehirt enthüllt wurde. Der "Gänsehirt und sein Federvieh" steht vor der Alten Schule.

 

Der Gänsehirt und sein Federvieh

 

Ein Sponsor und der Bürgermeister Karl Helmut Kinkel machten es möglich. Gesellschaft hat er auch durch eine Winterlinde, gestiftet vom Obst und Gartenbauverein Dornheim. Der Bürgermeister und der Vorsitzende des OGV sorgten mit vereinten Kräften dafür, das der Baum in die Erde kam. Der Platz vor der Alten Schule soll die Menschen im Ort zum Verweilen einladen. (wenn die B44 nicht wäre) Mit dem Gänsehirten ist ein kleines Denkmal, für die aus Erzählungen überlieferte Geschichte, das ein ehemaliger Hausmeister der Schule auch der Gänsehirt der Gemeinde war. Am Tag der Enthüllung war der Andrang vor der Schule groß. Nachdem der Spielmannszug den Gänsehirt Willkommen geheißen hat, wurde auch für das leibliche Wohl seitens des Heimat und Geschichtsvereins gesorgt.

Alle zwei Jahre wird das Röhrchersfest gefeiert, es wir von den ansässigen Vereinen organisiert, rund um die Riedhalle.

Jedes Jahr gibt es von der Kreisstadt Groß-Gerau eine Sommer-Matinee Veranstaltung in Dornheim, mit Musik im Hof der alten Schule.

Auch ein Weihnachtsmarkt im Dezember auf dem Platz neben der Kirche gehört genauso dazu.

Die Vereine in Dornheim sei es der Spielmannszug / Musikzug,Chorgemeinschaft und viele mehr, versuchen auch über die Grenzen hinaus für Ihren Ort zu werben.

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