Der Schwarze Berg

Der Schwarze Berg ist ein Überbleibsel des alten Neckarbettes, der hier eine Sanddüne hat entstehen lassen. Hochwasserschutz, den viele Besiedler ausgenutzt haben. Hier wurden Streufunde gemacht die auf eine frühe Besiedelung schließen lassen.

Dieser Ort war auch der Platz einer römischen Siedlung oder doch eine Straßenstation, die nähe zum Kastell in Groß-Gerau / Esch lässt beides zu. Der Historische Verein Hessens fand bei seinen Ausgrabungen Mauerreste, Wandputz, Hohlziegel, Fragmente von Gefäßen, Münzen und einiges mehr. Leider gibt es keine Aufzeichnungen mehr vom Historischen Verein,  da alle Aufzeichnungen die vor 1945 vom Historischen Verein gemacht wurden bei dem Angriff in Darmstadt verbrannten. Was noch überliefert ist hat Heinrich Feldmann II in seinen Aufsätzen und Ernst Schneider in dem Buch „Das Reichsdorf Dornheim aufgeschrieben. Heinrich Feldmann schreibt dass die Ausgrabungen unter der Leitung des Leutnants Gräfe aus Gießen standen. Sie fanden auch einen Schalbrunnen, der als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach in 4 Meter Tiefe, mit einer Eichenplatte verschlossen wurde. Man fand auch einen Säulenschaft der wie die Untersuchungen ergaben die römische Meiseltechnik trug und als Fragment eines Meilensteins erkannt wurde. Es fehlte leider das Oberteil um genau festzustellen für welchen Zweck er benutzt wurde. Leider wurden sie Ausgrabungen nie fortgesetzt. Durch die spätere Sandabfuhr und den nachfolgenden Aktivitäten ging auch vieles verloren.

Der Schwarze Berg wurde von den Vereinen genutzt z.B. vom Radfahrverein der im Wäldchen seinen ersten Fahrplatz hatte. Von der Sportgemeinde die Ihrer 25 Jahrfeiern auf dem Festplatz feierte. Zu beginn der zwanziger Jahre wurde ein Teil des Tannwalds am Schwarzenberg geschlagen und gerodet, für den Fußball. Die Spieler der Borussia 1911 ebneten den Platz selber ein. Die Gemeinde stellte den Turnern die ebenfalls eine Fußballabteilung gegründet haben, einen Platz zur Verfügung. Dafür wurde hinter dem ersten Platz ein zweiter gerodet und angelegt. Der Platz wurde mit einem Bretterzaun umgeben. Dieser Zaun wurde nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945 abgerissen.

Viele Feste wurden am Schwarzen Berg gefeiert so auch der Bauerntag 1949, das erste richtige Fest nach dem Kriege mit alle Annehmlichkeiten der neuen Zeit, siehe auch (Dornheims Feste)

Dann gab es auch den Felsenkeller der Brauerei Lerch auf dem Schwarzen Berg. Ludwig Lerch erbaute 1879 hier einen großen Bier und Eiskeller. Dieser wurde um 1900 vergrößert, damals kam es fast zu einem Unglück, die Arbeiter die dort arbeiteten machten pünktlich Mittag und entgingen so den Sandmassen. Man kann schon sagen das es ein kleines Wunder war das nicht passierte. Diese Geschichte hat uns Heinrich Feldmann hinterlassen. Als der Eiskeller fertig war, fasste etwa 800 Wagen Eis.

Leider gab es nicht nur schönes und wundersames auf dem Schwarzen Berg. 1936 wurde auf dem Platz gegenüber dem Felsenkeller ein RAD Lager errichtet. Erst waren es ein Arbeitsdienstlager in dem dann später, wie man mir erzählte die „Arbeitsmaide“ waren und zum Schluss war es ein Wehrertüchtigungslager mit Schießplatz.

Die Baracken wurden 1945 abgebaut und am Bahnhofsweg, als Häuser mit ca. 50 qm Wohnraum wieder aufgebaut.

 

So sah die Baracke auf dem Schwarzen Berg aus

 

und so sahen sie dann 1946 aus

Man konnte diese Häuser für 1000 RM und das Grundstück für 600 RM kaufen. Heute sieht man davon nichts mehr, den alle Häuser wurden um und angebaut und haben Ihren eigenen Stiel.

Nach 1945 wurde wieder Fußball gespielt auf dem Schwarzen Berg. Das Bild zeigt ein Spiel von 1952, mit dem Torwart Christian Krumb sen., er hat den Ball gehalten und das Spiel wurde gewonnen erzählte er mir.

Die Sportplätze wurden dann später ans Sportfeld verlegt und der Schwarze Berg ist heute ein Wohngebiet mit einigen Firmen und einem Reiterhof. Der Ortsverband der Deutschen Schäferhunde hat hier seinen Platz.

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